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Dreißigjähriger Krieg in Neunburg vorm Wald

Plakat und Grafik: media 9

Vor 400 Jahren brach der Dreißigjährige Krieg aus. Zu diesem Anlass präsentiert das Schwarzachtaler Heimatmuseum eine Sonderausstellung. Die Ausstellung kombiniert Exponate der ständigen Ausstellung und neue Erkenntnisse der lokalen Ereignisse.
Zu diesem Anlass präsentiert das Schwarzachtaler Heimatmuseum unter der Schirmherrschaft der Fa. Lober eine Sonderausstellung.

Begleitprogramm zur Sonderausstellung:

Vortrag von Peter Pauly "Georg Greflinger"

am Mittwoch 13.06.2018 um 18:00 Uhr

im Schlosssaal

Zu Georg Greflinger:

Man kennt sie meist noch aus der Schule, Barockdichter wie Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen mit seinem „Simplicissimus Teutsch“, den Lyriker Andreas Gryphius oder Martin Opitz. Ein „poeta laureatus“ aber, ein „Dichterkönig“, der in dieser Zeit vor den Toren Neunburgs geboren wurde, der ist wohl so manchem kaum ein Begriff. Das Leben und Werk dieses Oberpfälzer Barockdichters Georg Greflinger steht am 13. Juni 2018 um 18 Uhr im Mittelpunkt des Vortrages von Peter Pauly im Neunburger Schlosssaal.

Wann genau und wo der spätere Dichter, Schriftsteller und Journalist Georg Greflinger geboren wurde, ist nicht eindeutig nachzuweisen. Nach  eigenen Angaben in seinen Schriften  – er wäre zu Beginn des 30-jährigen Krieges „noch ungebohren“ gewesen und hätte später am Bach „Asch“ Schafe gehütet – gilt als erwiesen, dass Greflinger um 1620 vor den Toren Neunburgs, wahrscheinlich in Unteraschau, geboren wurde.

Bereits im zarten Kindesalter erlebt Greflinger die unerbittlichen Grausamkeiten des 30-jährigen Krieges am eigenen Leib: Beim Viehhüten muss er mit ansehen, wie marodierende bayerische Soldaten die Eltern und seine Geschwister ermorden und wie dabei das Elternhaus in Flammen aufgeht.

Der Knabe flieht daraufhin nach Regensburg, wo er bei Verwandten unterkommt und das protestantische Gymnasium Poeticum besucht. Danach beginnt für ihn ein unstetes Wanderleben, das ihn über Nürnberg nach Sachsen, Danzig und Frankfurt/M. führt. 1635 ist er als „Georgius Greblingerus Neoburgo Palatin“ (Georg Greflinger Neunburg Oberpfalz) für ein Studium in Wittenberg eingeschrieben.

In den 1630er Jahren fand Greflinger über einen Freund Anstellung am Dresdener Hof des Kurfürsten Johann Georg, für den er möglicherweise Kurierdienste leistete oder als Kriegsberichterstatter tätig war.

Gegen Ende des 30-jährigen Krieges lässt sich Georg Greflinger 1648 in Hamburg als „Notarschreiber“ nieder. Er erwirbt für sich und seine Familie ein Haus und damit das Bürgerrecht der Hansestadt. Später richtet Greflinger, der sich in den Jahren zuvor bereits einen gewissen Ruf als Dichter erworben hatte, hier eine Druckerei ein und gibt unter dem Namen „Nordischer Mercurius“ seit Anfang der 1660er Jahre eine eigene Zeitschrift heraus.

1677 stirbt Greflinger schließlich in der Hansestadt. Mit einem seiner letzten Worte charakterisiert er sein gesamtes Leben vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges:

„Ein kranck und mattes Hertz /

ein Alter vor der Zeit...“

Für sein dichterisches Schaffen, aus dem zweifelsohne die bereits in den 1640er Jahren begonnene Verschronik  „Der Deutschen Dreyßig=Jähriger Krieg“ herausragt, wird Georg Greflinger noch zu Lebzeiten eine besondere Ehre zu Teil: 1653 wurde er nach antikem Brauch  zum „poeta laureatus“ (lorbeerbekränzten Dichterkönig) gekrönt und unter seinem Pseudonym „Celadon“ in die hochangesehene Dichtergesellschaft des Elbschwanenordens aufgenommen.

Georg Greflinger selbst aber könnte auch noch auf anderem Wege in die deutsche Literatur eingegangen sein: Wegen der offenkundigen Parallelen in seiner Biografie zum Leben des „Simplicius“ wird vermutet, dass Greflingers Vita Johann Jacob Christoffel von Grimmelshausen als Vorlage für den Helden in seinem großen Barockroman „Simplicissimus Teutsch“ gedient haben könnte.

Die Stadt Neunburg ehrte ihren Dichter durch die Widmung einer Straße 1995 - „Greflingerstraße“


„Als ich noch in den Kinderjahren …“ Eine weitere Sonderausstellung zu Weihnachten im Schwarzachtaler Heimatmuseum

Grafik Media9


Media9

Geöffnet ist die Sonderausstellung, wie auch die ständige Ausstellung des Museums:

Sonntag          10.12.2017                 14–16 Uhr

während des „Burgadvents“

Freitag            15.12.2017                 18-20 Uhr
Samstag         16.12.2017                 17-20 Uhr
Sonntag         17.12.2017                 14-20 Uhr

in der Weihnachtszeit

Samstag         23.12.2017                 14-16 Uhr
Dienstag         26.12.2017                 14-16 Uhr
Sonntag          31.12.2017                 14-16 Uhr
Montag           01.01.2018                 14-16 Uhr
Sonntag          07.01.2018                 14-16 Uhr


Sonderausstellung „Hieronymus von Prag“

Hieronymus v. Prag Richental-Chronik Augsburg 1483

Pünktlich vor der Première des „Hussenkriegs“, der in diesem Jahr sein 35. Jubiläum feiern kann,  wurde als dritte Ausstellung in dieser Saison im Schwarzachtaler Heimatmuseum die Sonderausstellung „Hieronymus von Prag“ eröffnet. In der zweisprachigen (tschechisch und deutsch) Ausstellung werden von Juli bis August anhand von Texten und Abbildungen das Leben und Wirken des Freundes und Weggefährten von Jan Hus, des Magisters Hieronymus von Prag (Hieronymus Pragensis, Jeronym Pražsky), nachgezeichnet.

In seiner Einführungsrede zur Ausstellungseröffnung beschrieb der Museumsleiter Theo Männer die wichtigsten Stationen im Leben des böhmischen Reformators.

Hieronymus wurde um 1380 als Sohn einer bescheidenen Bürgerfamilie in der Prager Neustadt geboren.

Im Alter von 18 Jahren erwarb er 1398 als einer der ersten Hus-Schüler an der Prager Karls-Universität den akademischen Grad eines Bakkalaureus.

An drei Universitäten vervollkommnete er seine Studien und erwarb jeweils den Grad eines „Magister artium“, der die Befugnis zur Lehre an einer Universität beinhaltete. Von Oxford, seiner ersten Station, wo er von 1399 bis 1400 den englischen Kirchenkritiker John Wyclif studierte, brachte er dessen Schriften mit in seine Heimat nach Prag. Hier zählte Hieronymus später zur radikalen hussitischen Gruppe der Prager Magister und war der eifrigste Verfechter der Wyclif-Thesen.

1410 provozierte Hieronymus am ungarischen Hof  König Sigismunds in Buda mit seinen Thesen und wurde kurzfristig verhaftet. Als er noch im selben Jahr in Wien sich selbst und die Prager Universität gegen die Anklage der Ketzerei verteidigte, wurde er erneut verhaftet und vor Gericht gestellt. Um der drohenden Verurteilung zu entgehen, floh er aus Wien, wo sein Prozess in Abwesenheit mit der Exkommunikation endete. 

Im März 1415 machte sich Hieronymus auf den Weg nach Konstanz, wo sein Lehrer und Freund Jan Hus in einem Ketzerprozess vor Gericht stand, um ihm beizustehen und ihn zu verteidigen. Doch durfte er nicht vor dem Konzil reden, zudem wurde er von seinen böhmischen Freunden gewarnt. Da ihm der Boden in Konstanz zu heiß wurde, verließ Hieronymus die Stadt des Konzils. Er plante, über die Oberpfalz in die Heimat nach Böhmen zurückzukehren. Zwischenstation machte er im oberpfälzischen Hirschau, wo seine Flucht ein jähes Ende fand. Bei einem abendlichen Beisammensein mit Amtsbrüdern im Hirschauer Pfarrhaus rühmte Hieronymus seinen Freund Jan Hus und bezeichnete das Konzil als „Schule des Teufels“ und „Synagoge des Frevels“.

Diese abfälligen Äußerungen kamen dem Stadtvogt Teyndorfer zu Ohren, der Hieronymus  am Tag darauf festnehmen und nach Sulzbach überstellen ließ. Dort wurde er dem Pfalzgrafen Johann vorgeführt, der ihn, aufgefordert vom Konzil, auf einem Wagen angekettet nach Konstanz bringen ließ. Hier wurde ihm der Prozess gemacht, in dem er als „rückfälliger und unverbesserlicher Ketzer“ zum Flammentod verurteilt wurde. Am 30. Mai 1416 wurde Hieronymus von Prag, wie knapp ein Jahr zuvor sein Lehrer und Freund Jan Hus,  in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Seine Asche wurde in den Rhein gestreut.

Museumsöffnungszeiten: So 10 – 12 Uhr und 14 – 17 Uhr, Mi 14 – 17 Uhr, und jeweils vor den Festspielaufführungen.

Rupert Preißl (Foto Schwarzachtaler Heimatmuseum)
Sonderbriefmarke

Grafik media9

Sonderausstellung 21. Mai bis 1. Oktober  2017

Schwarzachtaler Heimatmuseum Neunburg vorm Wald

Das  Schwarzachtaler Heimatmuseum präsentiert zum 1000-jährigen Stadtjubiläum die Sonderausstellung „Neunburg im Bild“.

In zwei Räumen werden von Profis und Laien in den verschiedensten Techniken gestaltete Gesamt- und Teilansichten, wie Plätze, Straßenzüge und einzelne Gebäude der Pfalzgrafenstadt aus dem Bestand des Museums und aus privater Hand gezeigt.

An die Bilderausstellung angegliedert ist  eine weitere Ausstellung, die sich – auch passend zu der vor Kurzem erschienenen Sondermarke der Bundespost - dem Thema „200 Jahre Post in Neunburg vorm Wald“ widmet. 

 

Öffnungszeiten: Sonntag 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, Mittwoch 14-17 Uhr.

Besichtigung der Sonderausstellung außerhalb der Öffnungszeiten nach vorheriger Anmeldung möglich.